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10. Dezember 2005
Little Meru
 
Berg heil!

In der Miriakamba Hut konnte ich trotz einiger Schnarchattaken meiner Zimmergenossen zum ersten Mal seit ein paar Tagen wieder richtig gut schlafen. Pünktlich zum Sonnenaufgang sind wir aufgewacht - zum Glück!

Rechts: wunderschöner Ausblick von der Miriakamba Hut auf den in der aufgehenden Sonne thronenden Kilimanjaro ...

Links: ... und wenn man sich umdreht lacht einem dann auch gleich der Mt. Meru ins Gesicht. Morgen um diese Zeit wollen wir schon dort oben stehn...

Das Frühstück war wieder toll: Tee, Kaffee, Kakao, Toast, Eier, Käse, Marmelade, Honig, Erdnußbutter, Gemüse und Obst. Man bedenke, dass das alles einer rauftragen muss!

 

Gegen 8.00 Uhr sind wir dann losspaziert, zur auf 3.500 m Seehöhe liegenden Saddle Hut. Wieder pole pole versteht sich. Und wieder ein sehr kurzer Marsch von ca. 4 Stunden auf einem ganz neu gebauten, tollen und komfortablen Weg. 

Und immer, wenn man kurz innehält und sich umdreht, sieht man hinüber zum Kilimanjaro.

Und immer wieder die Frage: So riesig... kann ich es dort hinauf schaffen?

 

Links: Das ist Sared, unser Guide. Er kann kaum Englisch und ist nicht sehr gesprächig. Aber er ist immer freundlich und zuvorkommend. Er wirkt sehr weise und strahlt viel Ruhe und Ausgeglichenheit aus. Wenn man stolpert, entschuldigt er sich. Und wenn jemand ausser Atem gerät oder unsicher wird, sagt er nur mit ruhiger und leiser Stimme "pole pole".

Oben: noch immer reiche Vegetation auf ca. 3.000 m

 

Bei der Saddle Hut angekommen, haben wir nur schnell unsere Sachen abgelegt und eine kurze  Pause gemacht und sind dann gleich aufgebrochen zu unserem ersten gemeinsamen Gipfel. Ein guter Weg hat uns innerhalb von ca. 45 Minuten auf den 3.801 m hohen "Little Meru" geführt, dem "kleinen" Bruder des Mt. Meru.

 

Der erste Gipfel dieser Reise. Von links nach rechts:

Karl, Herbert, Robert, Fanni, Maria und meine Wenigkeit.

Lieber Leo, DANKE für dieses Foto!

Ein guter Reiseleiter muss jede freie Minute

 produktiv nutzen. Und nicht dass Ihr jetzt

 glaubt das is gestellt - er hat geschnarcht!

Lieber Leo, DANKE für dieses Foto!

 

Hauptzweck dieser Nachmittagswanderung war nicht wirklich das Erklimmen des Gipfels, sondern die sog. "Schlafüberhöhung". Tolles Fachchinesisch, aber schnell erklärt:

Im Zuge der Höhenakklimatisation gibt es ein paar Spielregeln, die man befolgen sollte, die Schlafüberhöhung ist eine davon. Das bedeutet, dass man am Tag auf eine Höhe steigt, die mindestens 100 Höhenmeter über jener liegt, auf der man schlafen wird. An diesem höheren Punkt verweilt man dann mindestens 30 Minuten, damit sich der Körper an den niedrigeren Luftdruck gewöhnt. "Unten"  schläft man dann besser und das Risiko höhenbedingter nächtlicher Kopfschmerzen oder anderer Reaktionen ist geringer. Englisches Motto für diese Geschichte: "climb high - sleep low".

Am Abend gabs wieder mal sehr gutes Essen: Reis, Gemüse und eine tolle Sauce. Und wie jeden Tag vorher Suppe mit Brot und nachher Obst. Die Saddle Hut, in der wir die nächsten beiden Nächte verbringen werden, ist sogar noch besser, als die gestrige Miriakamba Hut. Weil 4-er-Zimmer (je 2 Stockbetten) - fast wie im Hotel sozusagen.

Die Spannung steigt. Heute Nacht werden wir um 1.30 Uhr losmarschieren, um den Mt. Meru zu besteigen. Ich bin etwas unsicher und weiß nicht, wie ich auf diese Höhe reagieren werde. Doch unser so netter Ranger Peter hat mir gut zugeredet. Am Mt. Meru kommt Höhenkrankheit noch relativ selten vor, hat er gemeint...

Gespannte Grüße schickt

Isabelle

 

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