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11. Dezember 2005
Mount Meru - ein Gipfeltag...
 

 

... und zwar diesmal ein ziemlich langer! Denn um 0.30 Uhr nachts aufzustehen, um bergsteigen zu gehen, das ist mir bis jetzt noch nie eingefallen. Aber für alles gibt es mal ein erstes Mal. Und heute gab es für mich ausgesprochen viele erste Male.

Wie schon erwähnt: erstes Mal mitten in der Nacht aufstehen zum Bergsteigen. Und auch erstes Mal Wandern mit leerem Magen. Einen Tee und ein paar Butterkeks - mehr hats nicht gegeben, weil in der Höhe besser so. Und auch erstes Mal im Dunkeln wandern mit Stirnlampe. Und das war gar nicht so ohne! Denn irgendwie hatte ich das Gefühl, dass mir das 3-Dimensionale verloren geht...

Plangemäß um 1.30 Uhr sind wir losmarschiert. Pole pole - keine Frage. Fast nur bergauf, über einen technisch ziemlich einfachen Weg. Das Wetter war nicht besonders toll - Bewölkt und nebelig mit Nieselregen. Theoretisch wärs wurscht weil eh dunkel, aber Sternenhimmel wär halt schöner gewesen.

 

Beim sog. "Rhino Point" haben wir kurz pausiert.

 Das Weiße über dem Schild sind angeblich die

 Schädelknochen eines Rhinozeros, das sich mal

 hier her verirrt haben soll...

Das Wetter hat nix können. Ich war trotzdem gut

drauf. Hinter mir steht Robert. Er scheint wohl grad

ein Stoßgebet um besseres Wetter hinaufzuschicken...

Lieber Leo, DANKE für dieses Foto!

 

Das Glück war jedoch auf unserer Seite und das Wetter wurde besser. Gegen 4.00 Uhr früh sind wir unter wunderschönem, klarem Sternenhimmel gegangen. Doch mit meinen Energien ging es langsam dem Ende zu. Mein Magen hat schon so um 3.00 Uhr laut knurrend zu protestieren begonnen, und nun spürte ich, wie meine Knie immer weicher und ich immer schwächer wurde. Robert war nicht beeindruckt - "Essen gibts später, oben" meinte er mit einer Kopfbewegung Richtung Gipfel. "Schaff ich nie" hab ich mir nur gedacht und bin schmollend weitermarschiert.

 

Doch kurz darauf hat sich Fanni zu Wort gemeldet, der es ähnlich ging. Und so durften wir dann doch eine kurze Snackpause im Stehen einlegen und sind danach gestärkt weitermarschiert.

Links: gestärkt hin oder her - das Angebot, den Tagesrucksack tragen zu lassen, haben Maria und Fanni dankend angenommen. Hier Fanni, die sich gerade aus ihrem Rucksack bedient, der von Tumani (Sareds 24-jähriger Sohn und auch schon ausgebildeter Guide) getragen wird

So gegen 6.00 Uhr wars dann so weit... ... Sonnenaufgang ... ... was soll ich sagen - einfach ein Hammer!

 

Die letzten 20 Minuten sind mir schon ziemlich schwer gefallen, doch gegen 6.30 Uhr waren wir dann oben am 4.562 m hohen Gipfel. Und das war dann schon wieder ein erstes Mal für mich, nämlich mein erster 4.000er. Fühlt sich gut an, sag ich Euch. 
Rechts: Gipfelfoto mit der Fahne von Tanzania. Von links nach rechts: Hinten steht Tumani, neben ihm Fanni, Sared, Peter und meine Wenigkeit. Schräg hinter mir Leo, schräg vor mir Karl. Den Namen des Herren mit der türkisen Hose kenne ich leider nicht, neben ihm sitzen Robert, Maria und Herbert. 

Weils doch relativ frisch war (ich schätze so um die 0° C), haben wir uns nach einer kleinen Jause relativ bald auf den Rückweg gemacht.

Das blöde an der Geschichte mit dem Fotografieren: mit Handschuhen funktioniert es nicht! brrrrr !!! Auch Peter hat gefroren. Er ist praktisch im Laufschritt wieder hinunter zur Saddle Hut. Und hat dort den restlichen Tag mit Kopfschmerzen im Bett verbracht.

Ein schönes Schild gibts auch dort oben.

Da hab ich mich natürlich gleich draufplatzen müssen.

Man beachte die Komma-Angabe!

Eine Gratulation von Herzen.

Karl hat mich sehr beeindruckt.

Er ist 62 Jahre alt und ist da rauf marschiert wie nix.

Er war gerade mal 10 Minuten langsamer als ich.

 

Das Runtergehen war dann auch sehr interessant. Wir sind den gleichen Weg wieder zurück gegangen. Teilweise war es doch recht überraschend zu sehen, wo wir im Dunkeln so unterwegs waren:

 

Oben: Das hab ich doch schon mal irgendwo gesehen... ?

 

Links: im Gegensatz zu unserem Ranger Peter ist Tumani die ganze Zeit brav bei uns geblieben. Er hätte auch nicht wirklich anders können - hatte er doch Fannis Rucksack inkl. Trinkflaschen am Rücken!

  

Am späteren Vormittag waren wir dann auch schon wieder zurück bei der Saddle Hut auf 3.500 m, wo wir noch eine zweite Nacht verbringen werden (Höhenakklimatisation!). Robert hat schon den ganzen Rückweg lang von den Spagetti gesprochen, die "unten" auf uns warten. Ganz wurde seine Sehnsucht aber nicht erfüllt, denn eigentlich gab es Pfannkuchen (nein - es waren einfach keine Palatschinken!) mit Marmelade und Honig, als Nachspeise wieder Obst. Wie immer alles vom Feinsten. 
Kurz nach unserer Ankunft bei der Saddle Hut hat das Wetter total umgeschlagen und es hat stark zu regnen und dann auch noch zu hageln begonnen. Was für ein Glück, dass wir schon zurück waren! Und ganz plötzlich war ich Robert ziemlich dankbar, dass er uns schon um diese "unchristliche" Uhrzeit aus dem Bett und auf den Berg gejagt hat...

Rechts: Hagel auf 3.500 m. Bei diesem Wetter scheint der Weg zu den Toiletten gleich doppelt so lang!

 

Zu Outdoor-Aktivitäten hat das Wetter nicht wirklich eingeladen, und so hab ich den Nachmittag mit Tagebuchschreiben verbracht. Damit Ihr was zum Lesen habt!

Morgen gehts wieder runter vom Berg und zurück ins Hotel. Ich freu mich schon auf eine Dusche!

Liebe Grüße und bis dann,

Isabelle

 

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