| 13. Dezember 2005 | ||
| Machame - Es geht los | ||
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Halli - Hallo! Jetzt ist es also so weit, wir haben mit dem Hauptteil dieser Reise, nämlich der Kilimanjaro-Besteigung begonnen. 7 Tage wollen wir jetzt unterwegs sein, 5 hinauf und 2 hinunter. Vorab mal ein paar grundlegende Infos, damit ihr ein bisschen wißt, wovon ich jetzt wahrscheinlich 7 Tage lang reden werde: Der Kilimanjaro ist ein riesiger, freistehender Schichtvulkan mit drei Kratern: dem Shira (3.962 m), dem Kibo (unser Ziel mit 5.895 m) und dem Mawenzi (5.149 m). Der höchste Punkt am Kibo, also der eigentliche Berggipfel, wird "Uhuru Peak" genannt. Routen zu eben jenem gibt es einige, allen voran erwähnt sei die Marangu Route, die den Spitznamen "CocaCola-Route" zu tragen scheint (vielleicht find ich noch raus, warum). Sie ist die populärste, weil einfachste Route auf den Berg. Und sie ist die einzige Route, auf der Hütten zu finden sind. Angeblich ist sie so überlaufen, dass man das einzigartige Kilimanjaro-Natur-Erlebnis nicht wirklich erfahren bzw. geniessen kann. Wenn ich an die Kapazität der Hütten von 60 bis 120 Personen denke, kann ich mir das gut vorstellen. Alle anderen Routen verfügen nur über von Rangern verwaltete Campingplätze, auf welchen man mit Zelten übernachten kann. Wir werden auf mehreren von diesen Routen gehen, wenn wir dort sind, werde ich sie jeweils namentlich erwähnen und genauer beschreiben. Doch nun zu diesem heutigen, ersten Kili-Tag: Nach wieder mal tollem Frühstück im Hotel Impala sind wir um 7.30 Uhr mit dem Bus Richtung Kilimanjaro National Park losgefahren. |
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Besonders lange hat die problemlose Fahrt nicht gedauert, schon vor 9.00 Uhr sind wir für einen kurzen Stop (für letzte Besorgungen) im Dorf Machame angelangt. Links: Die Fleischerei von Machame. Auf die verflieste Hausmauer ist mit Blut ein Kreuz gemalt. Ein riesiger Fleischbrocken hängt vom Hausdach. Im Geschäft gibt es keinerlei Kühlmöglichkeiten, der Fleischer steht drin und unterhält sich durchs Fenster mit diesem alten Mann. Wegen des Stocks nehme ich an, dass es ein Masai ist. Dahinter auf der Wiese grasen Kühe, die werden wohl auch bald von diesem Hausdach baumeln. Hinterm Haus ist der Schlachtplatz. |
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Kurz darauf ging die Fahrt dann auch schon weiter, zum nur wenige Fahrminuten entfernten Machame Gate, dem Eingang zum Kilimanjaro National Park auf 1.800 m Seehöhe. Auch die Genehmigungen im Nationalpark waren so schnell erteilt, dass sogar Robert positiv überrascht war. Er geht schon zum 5. Mal auf den Kilimanjaro, aber heute sozusagen sein persönlicher Genehmigungs-Geschwindigkeitsrekord.
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| Unser Startpunkt: Das Machame Gate |
Schilder informieren über einige Gehzeiten und Verhaltensregeln im Nationalpark Herbert, DANKE für dieses Foto! |
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Und auch ein Teil unserer 18-köpfigen (!) Mannschaft war schon da, allen voran wieder Sared und sein Sohn Tumani, die dieses Mal beide als Guides arbeiten. Und weil alles so gut und so schnell funktioniert hat, sind wir schon gegen 10.30 Uhr losmarschiert und so waren wir heute die ersten am Weg! Der Name unserer Route ist inzwischen unschwer zu erraten: sie heißt Machame Route. Aus Interesse haben wir noch unsere Tagesrucksäcke abgewochen, bevor wir losspaziert sind. Wir lagen eigentlich alle so zwischen 10 und 15 kg, meiner hatte 12 kg. Und mein Hauptgepäck, das von einem Träger (sein Name ist Nelson) transportiert wird, hat noch einmal ca. das gleiche Gewicht. Dazu kommen dann noch Zelte, Lebensmittel, Tisch (!) und Geschirr, diese Dinge werden natürlich auch alle von den Trägern befördert.
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Die
Machame Route ist sehr idyllisch. Was ich interessant finde: man darf sie
nur zum Aufstieg, nicht aber zum Abstieg nutzen. Hervorragend ausgebaut führt
sie durch den Regenwald und weil wir heute die ersten waren hatten wir das
Glück, einiges der hier ansässigen Fauna erleben zu dürfen.
Rechts: Pole pole wie immer sind wir die Machame Route hinaufspaziert |
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Zum Beispiel haben wir einige kleine Gruppen von "Black and White Colobus Monkeys" hoch oben in den Baumwipfeln hüpfen sehen. Da sie sich hauptsächlich von Blättern ernähren, kommen sie nur selten weiter nach unten, darum konnte ich auch niemand ein brauchbares Foto von ihnen schießen. Darum eine kurze Beschreibung: Diese schönen Affen sind schwarz und haben von den Schultern beginnend einen weißen "Umhang", der in einen wallenden, langen weißen Schwanz übergeht. Und noch ein Tierchen durfte ich im wahrsten Sinne des Wortes hautnah erleben: einen Zeck, der meine rechte Hand zum Abzapfen seines Mittagessens ausgewählt hatte. Gekonnt hat ihn Robert innerhalb von ca. 1,23 Sekunden aus meiner Haut gedreht.
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Etwa 5
Stunden gemütlich verplauderte Gehzeit und 1.200 Höhenmeter später
sind wir bei unserem heutigen Tagesziel angekommen. Name wieder keine große
Überraschung: die Machame Hut, auf 3.000 m Seehöhe. Unsere Träger
waren schon lang da und unsere Zelte bereits aufgebaut.
Links: unser Zeltlager bei der Machame Hut |
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Und so haben wir unsere Sachen in die Zelte gelegt und sind nach kurzer Pause wieder losmarschiert. Wer beim Mt. Meru (10. Dezember) aufgepasst hat, weiß jetzt auch warum: SCHLAFÜBERHÖHUNG! Also sind wir 6 (ohne Robert) ca. 120 Höhenmeter hinauf gestiegen, haben uns dort ein paar gemütliche Felsen gesucht und es uns auf selbigen ca. eine halbe Stunde lang gemütlich gemacht. Wie schön, dass ich so eine nette Gruppe erwischt habe - mit ein bisschen plaudern war die halbe Stunde um wie nix! Zurück "unten" im Lager gab es dann Nüsse, Popcorn, Tee und Kaffee und gegen 18.30 Uhr ein wie gewohnt gutes Abendessen, wieder zubereitet von unserem Koch Jackson, der uns schon am Meru so gut versorgt hat. Für die Mahlzeiten gibt es ein eigenes, ziemlich hohes Zelt, in dem ein Tisch und Klapphocker aufgestellt werden. Abends werden Tisch und Hocker wieder abgebaut und unsere Mannschaft benutzt das Zelt zum Schlafen. Unter Tags waren die Temperaturen sehr angenehm. Doch mit dem Sonnenuntergang sind sie rasch gefallen. Ich hab mir meine Trinkflasche mit kochendem Wasser auffüllen lassen und mich mit ihr gemeinsam in meinen Schlafsack verzogen. Und da lieg ich halt jetzt mit meiner Flasche - und einer Menge Fragen. Ich frag mich zum Beispiel, wie denn das in den nächsten Nächten werden soll, wenn mir schon auf 3.000 Meter so kalt ist. Und ich frag mich, wie viel kälter es diese Nacht noch wird. Und frag ich mich auch, wie groß die Überwindung wird, meinen Schlafsack zu verlassen, wenn ich in der Nacht aufstehen und aufs Klo gehen muss. Denn das ist bei meinem momentanen Flüssigkeiteskonsum von ca. 5 Litern am Tag unvermeidbar. Und während ich versuche, einzuschlafen, kratze ich an meiner rechten, juckenden Hand herum. Und da noch eine Frage: übertragen Zecken hier irgendwelche Krankheiten, gegen die ich nicht geimpft bin? Bibbernde Gute-Nacht-Grüsse schickt Isabelle
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