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16. Dezember 2005
Barranco Hut - Ein Ruhetag
 

Was für ein Morgen!

Ich bin aufgewacht und mir war warm. Und ich hab mich wohlgefühlt. Es war auch schon 7.00 Uhr und somit ziemlich spät. Weil heute Ruhetag. Und obwohl in diesem Land ohnehin schon alles ein bisschen pole pole (swaheli für "langsam, langsam") ist, haben wir heute sozusagen noch einen Gang zurück geschaltet. 

Wenige Minuten später hörte ich ein freundliches "Hello, hello!" und hab festgestellt, dass Baltasar vom Zelt steht. Mit Thermoskanne und Häferl. Und so hab ich sogar meinen ersten Frühstückstee im Schlafsack geniessen können. Heiß. Gut. Bequem. Einfach ein Hammer. 

  

Wie gestern (aber viel zufriedener) hab ich mich noch in meinem Schlafsack angezogen und mir meine Kontaktlinsen in die Augen gefummelt, bevor ich aus dem Zelt gekrochen bin und einen Blick hinaus geworfen habe. Und was soll ich sagen: WOW! Das war das einzige was mir eingefallen ist. Und natürlich gleich Foto gemacht mit meiner kaputten Kamera. Ich hoffe, es wird was...

Links: Blick auf den Kibo von der Barranco Hut um 7.15 Uhr (geschossen mit der kaputten Kamera).

 

Auch die anderen sind um diese Zeit aus ihren Zelten gestiegen und haben sich wohl ähnlich gut gefühlt. Es ist auch noch besser geworden. Weil unsere Jungs sind mit ein paar Plastikschüsseln gekommen und haben gemeint: "warm water for washing!". YEAH!!! Zur Feier des Tages hab ich gleich meine Minitube Nivea-Duschgel ausgepackt und mir mit dem warmen Wasser Hände und Gesicht gewaschen. Tut das gut! Und riecht das gut!

Und dann: noch ein Scheiberl nachgelegt. Weil Tisch draussen im Freien gedeckt und Frühstück im Sonnenschein hergerichtet. Wieder mit Omlett und allem drum und dran. Und obwohl das Frühstück eh immer schon ganz toll ist: unter diesen Umständen hats noch ein bissl besser geschmeckt als normalerweise. 

links: Frühstück im Sonnenschein auf 3.800 m. LEO, Danke für dieses Foto!

Die freie Zeit hat Robert genutzt, ...

... um uns unsere Auftstiegsroute auf der Karte zu zeigen.

LEO, Danke für dieses Foto!

Eine "Four-striped grass mouse"

 (übersetzt: 4-Streifen-Grasmaus) hat uns beim

 Frühstücken Gesellschaft geleistet...

... und auch ein "Hill Chat", eine Vogelart,

die in dieser Klimazone recht häufig vorkommt.

 

Nach dem Frühstück haben wir die verbleibenden Sonnenstunden für "organisatorische" Dinge genutzt. Zum Beispiel Schlafsäcke und Kleidung zum Trocknen aufhängen, denn vom Kondezwasser ist in der Früh immer alles feucht im Zelt. Normalerweise packen wir die Sachen so ein, aber heute eben Luxustag.

Ich hab mit meinem Nivea-Duschgel noch einen zweiten Waschgang eingelegt, diesmal waren Füße und Beine dran. Eine Wohltat.

Und auch mit unserem Equipment für den Gipfeltag haben wir uns vertraut gemacht, vor allem mit den Grödeln, die noch niemand von uns vorher benutzt hat.

 

Auch Herbert hat Zeit und Sonnenschein zum waschen genutzt.

Wir haben Schlafsäcke und andere Dinge zum Trocknen ausgebreitet.

Im Hintergrund Robert und Leo.

 

 

Wir alle haben diesen Vormittag genießen können. Manche haben sich in die Sonne gelegt, manche sind spazieren gegangen (z.b. ich), entspannend wars für jeden. Im Laufe des Vormittags sind wie gewohnt Wolken aufgezogen. Das Mittagessen haben wir trotzdem noch im Freien bekommen. 

Den freien Vormittag haben alle auf Ihre Art und Weise genutzt.

Fürs Aufräumen zum Beispiel oder zum Plaudern.

Manche sind auch auf Senezien geklettert.

Herbert, gratuliere zur erfolgreichen Senezienbesteigung

und DANKE für dieses tolle Foto!

Erdäpfel-Suppe und Pfannkuchen

zum Mittagessen. Mmmmh!

 

Zur Schlafüberhöhung sind wir am Nachmittag in etwa 150 Höhenmeter hinauf gewandert, auf eine Wand westlich der Barranco Hut. Das Wetter war gar nicht so schlecht, hin und wieder hat sogar mal kurz die Sonne durchgeblinzelt!

 

Unsere heutige Schlafüberhöhung

Zuerst sind wir ca. 1 Stunde lang hinaufgewandert (links).

Oben haben wir uns wieder eine halbe Stunde lang hingehockt und gewartet. Mentale Belastung und dauerndes Beisammensein hat die Stimmung bei den beiden Pärchen manchmal etwas getrübt. Bei Herbert und Maria scheint das hier wohl gerade der Fall gewesen zu sein (oben).

Tumani und Baltasar haben uns begleitet (links unten).

Danach sind wir wieder gemütlich hinunter zum Lager spaziert (rechts unten). 

 

Wieder gabs tolles Abendessen, wieder zwei mit heißem Wasser abgefüllte Trinkflaschen für meinen Schlafsack. An die werd ich mich kuscheln nächste Nacht. 

Pünktlich zum Sonnenuntergang begannen sich sogar die Wolken wieder zu verziehen (siehe Foto rechts). 

 

Nach diesem netten und entspannenden Tag sieht die Welt für mich ganz anders aus. Ich bin noch etwas nervös wegen den Temperaturen in der Nacht morgen auf 4.900 m, aber inzwischen bin ich recht opitmistisch gestimmt. Morgen werden wir hinaufmarschieren zum Arrow Camp, dort bereits am Nachmittag schlafen gehen und um 23.00 Uhr wieder aufstehen, um die nächtliche Gipfelbesteigung zu beginnen. Übers Aufgeben denk ich nicht mehr nach, wenn alles wie geplant funktioniert kommen wir sicher alle sieben auf diesen Gipfel. Das denkt übrigens auch Robert, mit dem ich mich nach dem Essen noch ein bisschen unterhalten hab.

Die Vorfreude ist groß, natürlich werde ich weiterhin ausführlich berichten.

Bis bald!

Isabelle

 

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