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29. Januar 2005
Die Reise nach Jerusalem
 
Hallo Ihr Lieben!

Als wir gestern von der Wanderung zurückgekehrt sind, ist uns schon Bernhard entgegengehumpelt. Er ist am Mittwoch in Wanganui am Knie operiert worden und hat eigentlich den Umständen entsprechend gut ausgesehen. Wir haben beschlossen, dass wir uns heute zu viert (er, seine Tochter Wini, Christian und ich) von der Farm verabschieden und mit meinem Auto nach Wanganui fahren.

Gesagt - getan: nach einem angenehmen Abschied von Sue, Don, Veronica und den Kollegen auf der Farm (v.a. Stella und Rika) sind wir gegen Mittag Richtung Wanganui aufgebrochen.

Rechts: von links nach rechts: vorne Veronica, meine Wenigkeit, Don, Stella, Sue; hinten Bernhard, Christian, Rika und ein finnisches Mädel, deren Namen ich leider vergessen habe... DANKE AN BERNHARD FÜR DIESES FOTO!

 

Für die Fahrt nach Wanganui haben wir allerdings nicht die übliche Strecke gewählt, sondern eine andere Route, die sogenannte "River Road". Diese Route ist zwar von der Straßenbeschaffenheit her ein Jammer (Schotterstraße), bietet aber auch einige Vorteile:

1. Nicht so viel Verkehr, das macht die Fahrt bei weitem entspannter, sofern man genug Zeit hat (das war bei uns der Fall).
2. Die Straße führt entlang des Wanganui Rivers, wie auf dem linken Foto rechts vom Fluß gut erkennbar. Das verschafft einem einige wunderschöne bzw. sehr interessante Ausblicke.
3. Die Straße führt durch einen kleinen Ort namens Jerusalem. Zu Jerusalem gibts eine interessante Geschichte, hier eine kurze Zusammenfassung (Text dem Stefan-Loose-Neuseeland-Reiseführer entnommen!):

"... Hiruharama (Maori für "Jerusalem"), in früheren Zeiten ein Maori-Dorf und katholische Mission. Heute ist Hiruharama vor allem als Standort der Kommune von James K. Baxter bekannt, die hier Anfang der 70er Jahre eine kurze Blütezeit erlebte. Neben Baxter, einem der berühmtesten (und berüchtigsten) Dichter Neuseelands, ließen sich über zweihundert seiner Anhänger in dieser Gegend nieder. Baxter konvertierte zum katholischen Glauben, war aber gleichzeitig ein überzeugter Verfechter der freien Liebe bei seiner Suche nach dem "Neuen Jerusalem". Er war der religiöse Führer einer Anhängerschar, die sich als nga moki (die Vaterlosen) bezeichnete und sich nach seinem Tod im Jahre 1972 schnell auflöste. Das Haupthaus der Kommune liegt auf einem Hügel rechts der Landstraße, Baxter selbst liegt unmittelbar unterhalb des Hauses begraben.
Wer sein Grab besuchen möchte, kann sich an die drei verbliebenen Sisters of Compassion ("Schwestern des Erbarmens") wenden, die noch immer neben der Kirche wohnen. Das 1892 gebaute Gotteshaus beherbergt einen von Maori entworfenen und geschnitzten Altar. Außerdem befindet sich in der Kirche ein Foto der französischen Nonne Suzanne Aubert (1835 - 1926), die hier 1892 den ersten Schwesternorden gründete, sowie ein Porträt von Baxter mit treffend messianischem Ausdruck. Das ehemalige Kloster bietet heute auch einfache Unterkunft ($ 10,--) in Schlafsälen mit durch Vorhänge voneinander getrennten Betten."
Am späteren Nachmittag sind wir dann in Wanganui angekommen und haben den restlichen Tag mit Lebensmitteleinkauf und einem Bummel durch die Stadt (incl. Kaffeehausbesuch), Kochen und Abendessen in unserem Backpackers und einem gemütlichen Abendlauf (ca. 1 Stunde) entlang des Wanganui Rivers verbracht.

Kleine Vorabinfo über unsere Pläne: Wir wollen für 2 Tage in Wanganui bleiben und alle gemeinsam (Bernhard, Wini, Christian und ich) Montag früh über Palmersten North (Stop für kurze Erledigung) nach Wellington fahren. Dort möchten wir dann am Donnerstag zu zweit (Christian und ich + Auto) die Fähre auf die Südinsel nehmen, wo wir den gesamten Februar verbringen möchten. Die Fähre habe ich schon in Ohakune gebucht, alles andere ist noch ziemlich offen.

Ich halte Euch natürlich auf dem Laufenden!

 

 

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