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5. Februar 2005
The Queen Charlotte Track
 
Hallo Ihr Lieben!

Na gestern Abend war ja noch was los... Einer der beiden Gastgeber unseres Backpackers - John - kam auf ein bisschen smalltalk vorbei und hat gefragt, was wir für den heutigen Tag so vorhaben. Ich hab ihm erklärt, dass wir zur Ship Cove gehen wollen und dann das Schnellboot für den Rückweg nehmen und erste Reaktion war eigentlich nur ein kurzes "That's impossible!". Nach ein bisschen Nachfragen meinerseits hat er mir dann erklärt, dass wir für die geplante Strecke mindestens 9 Stunden benötigen und das letzte Boot nicht erreichen können, wenn wir nicht spätestens um 5.00 Uhr morgens losmarschieren (im Laufe des Gesprächs hat er 6.30 Uhr draus gemacht). Wir haben uns dann noch mit ein paar anderen Gästen unterhalten (die gestern von Ship Cove zur Mahana Lodge gegangen sind) und haben uns danach entschieden, um 7.30 statt um 8.00 Uhr loszumarschieren, um ein bisschen einen Zeitpolster zu haben. Ich war nach Johns Reaktion nicht so sicher, ob wirs wirklich schaffen, aber Christian war ziemlich cool und meinte, dass wir kein Problem damit haben können. Und Recht hat er gehabt!

Eigentlich wurde es dann 7.45 Uhr, bis wir am heutigen Morgen aufgebrochen sind. Vom Vortag noch ein bisschen bewölkt haben sich uns schon nach wenigen Minuten atemberaubende Ausblicke geboten. Ich hab Unmengen an Fotos geschossen, es ist gar nicht so leicht, die besten herauszupicken...

Mit der Zeit ist ist der Himmel immer klarer geworden. Der Weg war absolut einfach zu gehen, schon nach kurzer Zeit haben wir (oder bessergesagt ich) alle Zweifel, in Zeitnot geraten zu können, über Bord geworfen und diese Wanderung in vollen Zügen genossen.

Unten links: ein lustiges schwingendes Brückerl auf unserem Weg - nicht besonders belastbar wies aussieht...

Unten rechts: Einer der interessantesten neuseeländischen Vögel (kann nicht fliegen, lebt am Boden), der WEKA. Er ist ein natürlicher Dieb und hat eine Vorliebe für glänzende Dinge. Kaum haben wir während unserer 4 Pausen unsere Rucksäcke auf den Boden gestellt und einmal kurz nicht hingesehen, war schon zumindest einer dieser Kerle da und hat vorsucht, an unser Essen bzw. den restlichen Rucksackinhalt zu kommen. Von Größe und Bewegung her betrachtet erinnert dieser Vogel an ein Mittelding aus Ente und Huhn.

Gegen Mittag konnten sich nur noch die letzten, besonders hartnäckigen Wolken über den Bergerln halten 25 Minuten zu früh, um 14.05 Uhr erreichten wir schließlich Ship Cove, eine nette Bucht, in der zu dieser Zeit nur ein Seegelboot lag.
Mit 10-minütiger Verspätung wurden wir dann um 14.40 Uhr von unserem Schnellboot abgeholt und nach ca. 30-minütiger Fahrt wieder bei der Mahana Lodge abgesetzt. Wir waren nicht einmal wirklich müde - von unmöglich und Erschöpfung kann also gar keine Rede sein. Schön umschrieben hab ich das dem John natürlich schon vermitteln müssen ...

 

Am Nachmittag bzw. Abend haben wir uns an einem Fluss hinter dem Haus die berühmten neuseeländischen Glühwürmchen angesehen. Auf der Nordinsel gibt es in einem Ort namens Waitomo geführte "Gloworm-Caves"-Touren, die ein Schweine-Geld kosten. Hier, hinter der Mahana Homestead Lodge gibts die "Show" gratis - mit Erklärung vom Hausherrn inklusive.
Also - die Geschichte lautet kurz zusammengefasst folgendermaßen: Die Glühwürmchen leuchten in der Nacht, um Beute (Insekten) anzulocken. Diese werden dann mittels Spinnweben-ähnlichen Fäden, die herabhängen (siehe Foto rechts), eingefangen und anschließend verspeist. Die lange Version aus dem "Neuseeland Handbuch" von Conrad Stein gibt's hier: Glühwürmchen

In der Nacht hat kann man ein beeindruckendes Lichtermeer sehen (leider ist mir trotz zahlreicher Versuche kein Nacht-Foto gelungen), sieht fast ein bisschen wie ein Sternenhimmel aus. Christian und ich sind froh, dass wir uns die je NZ $ 70,- (ca. € 40,-) pro Person für eine Führung (bzw. eine Bootsfahrt) in eine der von Glühwürmchen bewohnten Höhlen erspart haben.

Für morgen haben wir die Weiterfahrt bis zu einer Stadt namens Nelson geplant, wo wir einen Zwischenstopp für die Nacht einlegen wollen. Bis dann also - wir melden uns bald wieder!

Isabelle

 

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