| 8. Februar 2005 | |
| Ein feucht-fröhlicher Tag... | |
| Hallo liebe Freunde!
Fürs Erstellen dieses Eintrags hab ich mir "ein wenig" Zeit gelassen. Die erste Hälfte dieses Tages war für mich so unangenehm, dass ich ihn mittels Tagebucheintrag geistig gar nicht aufarbeiten wollte. Doch inzwischen ist sozusagen alles verarbeitet und verdaut und ich lache darüber, darum schreibe ich diese Zeilen mit einem breiten Grinser im Gesicht am 28. Februar 2004, während unserer Fahrt von Oamaru nach Christchurch. Christian und ich hatten für heute den sogenannten "Inline Pack Track" geplant. Dabei handelt es sich eigentlich um eine 2-Tages-Wanderung. Da sie aber nur 27 km lang ist und keine großartigen Steigungen beinhaltet, wollten wir sie an einem Tag gehen. Allerdings wird sowohl in den Reiseführern, als auch bei den Touristen-Informationsstellen davor gewarnt, diese Wanderung während bzw. nach starken Regenfällen zu machen. Es sind zahlreiche Flüsse zu durchqueren, die stark anschwellen und dann unpassierbar werden können. Darum werden Wanderer aufgefordert, sich unmittelbar vor Antritt der Wanderung bei der zuständigen Informationsstelle zu vergewissern, dass die Flüsse auch wirklich passierbar sind. Eine Engländerin namens Helen und ein Deutscher namens Heiner (beide haben wir gestern Abend in unserem Backpackers kennen gelernt) haben beschlossen, uns bei der Wanderung zu begleiten. Was sehr hilfreich war, denn Heiner hatte ein Auto und so konnten wir ein Auto zum Ziel und das andere zum Start stellen und uns auf diese Weise den Shuttle-Bus - bzw. den Rückmarsch auf der Straße ersparen. Davor sind wir zu viert zu der zuständigen Infostelle im Ort gefahren und haben nach dem Zustand der Flüsse gefragt - immerhin hat es ja gestern den ganzen Nachmittag geregnet. Doch der Typ bei dieser Info-Stelle war nicht besonders hilfreich. Er hat uns nur immer wieder erklärt, dass es nicht möglich ist, die 27 km an einem Tag zu gehen, weil das 10 Stunden dauert und wir nicht so lange gehen können. Wir haben das dann irgendwann so hingenommen, weil wir nicht weiter mit ihm über unsere körperliche Fitness diskutieren wollten. Denn die Information, wegen der wir eigentlich gekommen waren, betraf ja schließlich die Flüsse. Der komplizierte Berater hat uns letztendlich vorgeschlagen, vom Zielpunkt weg in die andere Richtung loszumarschieren, die fragwürdigen Flüsse zu durchqueren, und nach 4 Stunden umzukehren und den gleichen Weg wieder zurückzugehen. Zwei Mal hat er uns versichert, dass die Flüsse alle ok und passierbar sind und - wenn wir seinen Rat nicht befolgen unser einziges Problem sein wird, dass wir nicht so weit marschieren können. Gut eine halbe Stunde hat es gedauert, zumindest diese Info aus ihm herauszubekommen. Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren (es war schon kurz vor 10.00 Uhr), haben wir uns geeinigt, am Zielpunkt loszumarschieren und nach 4 Stunden zu sehen, wo wir sind um dann die weitere Vorgehensweise (weitergehen oder umkehren) festzulegen. Gesagt - getan - wir sind spät aber doch zu viert gegen 10.30 Uhr losmarschiert. Wir haben vorerst ein schnelleres Tempo vorgelegt - in der Überzeugung, dass wir die 27 km an einem Tag schaffen können. Nach ca. einer weiteren Stunde sind wir zur ersten Flussüberquerung des sogenannten "Fox River" gekommen. Es hat eigentlich nicht so spektakulär ausgesehen - das Wasser war knöchel- bis knietief. Also habe ich Schuhe gewechselt, hab meine Wanderschuchi in die Hand genommen und bin gemeinsam mit den anderen da durch. Der erste Teil (eine Art Seitenarm) war sowieso total harmlos. Der zweite Teil - der Hauptfluss sozusagen - war auch nicht viel tiefer (vielleicht 20 cm), nur die Strömung bei weitem stärker. Und so kams dann - ein mal kurz nicht aufgepasst, ein falscher Schritt und ich bin im Wasser gelegen, Sekunden bevors mich (aufgrund nun bei weitem größerer Angriffsfläche) den Fluss runtergespült hat. Ich war also im Wasser - samt Rucksack. Mit Kamera. Und Geldbörsl. Und Essen. Und Jacke. Und das ganze andere Wanderzeug halt. Und die Schuhe in der Hand. Christian ist ziemlich erschrocken und ist sicherheitshalber gleich nach. Samt Rucksack. Und Kamera. Und Geldbörsl. Und so... Nach ein paar Metern hat er mich erwischt und zur Seite auf die Steine gezogen. Jeder der weiß, was für ein gestörtes Verhältnis ich zu Wasser habe, kann sich jetzt wahrscheinlich vorstellen, wie ich danach ausgeschaut habe (abgesehen von nass). Ich bin so erschrocken, dass ich momentan gar nicht aufstehen hab können. Ich war absolut nicht bereit, weiterzugehen, darum haben wir uns zur Schadensbegutachtung ans Flussufer gesetzt (Christians Kommentar: "Jetzt homma zumindest kan Stress mehr"). Helen - leicht schockiert von der Geschichte - hat daraufhin beschlossen, mit uns zurückzugehen, Heiner - ein ziemliches Kaliber von Mann (fast 2 m groß und doch stattlich gebaut) ist weitermarschiert. Was die Schadensbegutachtung anbelangt wars eigentlich nicht so schlimm. Obwohl alles waschelnass war, war nicht wirklich was kaputt. Das einzige, was ich verloren habe, war einer meiner beiden Wanderschuhe, die ich in der Hand getragen habe. Wir haben die Kameras und Geldbörsln zum Trocknen in die Sonne gelegt und haben nach ca. 30 Minuten den Rückweg eingeschlagen. Nach Dusche und weiterer Gepäck-Trocknungsprozeduren haben wir gemeinsam mit Helen ein Alternativprogramm für den restlichen Tag zusammengestellt: |
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| Am früheren Nachmittag sind wir zur Hauptattraktion dieser Gegend gefahren, den sogenannten "Pancake Rocks" (übersetzt die "Palatschinken Steine"). Das ist eine interessante Sache, ich hoffe, dass ich es einigermaßen verstanden habe und hier entsprechend vermitteln kann. | |
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Nachdem wir uns die Pancake Rocks und anschließend einen Kaffee gegeben haben, wollten wir uns doch noch ein bisschen etwas von der ursprünglich eingeplanten Bewegung bescheren. Das hab ich in Form eines Laufes getan, vom anderen Ende des Inline Pack Tracks weg. Dabei habe ich gegen 17.30 Uhr Heiner getroffen, der gerade wohlauf die letzten Meter des Tracks absolvierte. Er hat mir erzählt, dass andere Flüsse höher waren und er teilweise bis zum Bauch im Wasser gestanden ist (war vielleicht nicht so schlecht, dass wir umgekehrt sind...). Christian und Helen sind in der Zwischenzeit eine kleine Runde marschiert, im Anschluss daran sind wir gemeinsam auf ein Abendbierchen in Punakaiki gegangen. Als wir danach in unser Backpackers zurückgekehrt sind, war Rika schon da und hat uns erwartet. Wir werden ja ab morgen ein Zeiterl gemeinsam mit unserer neuen japanischen Freundin reisen, zwecks Spritkostenaufteilung und ähnlicher finanzieller Reiseerleichterungen (z.B. gemeinsame Zimmer) für alle Beteiligten. Morgen gehts weiter zum "Arthurs Pass" - eine interessante und hoffentlich erfolgreichere Wanderung ist auch für dort (für übermorgen) schon eingeplant. Liebe Grüße schickt Isabelle |