voriger Eintrag

last record

zurück zum Tagebuch

back to the diary

nächster Eintrag

next record

 
15. März 2005
The Macedon Ranges Walking Trail
 
Halli-Hallo, da bin ich wieder!

Heute hat's funktioniert. Ich war auf einer tollen Wanderung und bin nach meinem 27 km langen Marsch einigermaßen erledigt. Aber zufrieden. Hier die Details:

Kurz nach 7.00 Uhr hab ich heute früh mein Backpackers verlassen und bin zum Bahnhof marschiert. Pünktlich um 7.34 Uhr ist der Zug Richtung Macedon abgefahren, und ich bin mit meinem gestern ergatterten Freiticket dringesessen. Um 9.07 Uhr hab ich ihn in Macedon, ca. 65 km Nord-Westlich von Melbourne verlassen. Ich bin zuerst in das für den Nationalpark zuständige Büro marschiert und hab mir dort eine genauere Karte besorgt. Und außerdem hat mich angesichts meiner zahnärztlich orientierten Vergangenheit natürlich brennend interessiert, woher der Name von Ortschaft und Berg kommst. Und mein Wissensdurst war leicht zu stillen:

Der erste Europäer, der auf den Mt. Macedon hinaufmarschiert ist, war Major Thomas Mitchell. Er kam 1836 im Zuge einer Inlands-Erkundigungs-Tour die weite Strecke von Sydney hier her (und ich hab geglaubt ich marschier viel...) und hat zu Ehren von Philip II von Mazedonien diesen Berg so benannt.

Die Frau in dem Nationalparkbüro - was soll ich Euch sagen... Da willst du rauf? Weißt du wie weit das ist? Und wie steil? Und wie hoch? Und heute wird's heiß! Hast du genug Wasser mit? - Passt scho. "Good luck" hat die aber wirklich sehr nette Dame dann am Ende noch gemeint. 

Und toll wars! Oben nicht übermäßig heiß (die meiste Zeit hab ich ein langärmliges Shirt angehabt), nicht besonders steil, nicht so wahnsinnig weit (wie erwähnt - inklusive Marsch zum und vom Bahnhof waren es gerade mal 27 km) und wirklich sehr schön.

 

Zuerst bin ich hinauf auf den Mt Macedon (1.001 m). Weil von ganz unten gestartet wars am Anfang doch relativ heiß und schwül. Den ersten Angriff nicht kampflos überlebt war ich mir schnell darüber im Klaren, dass es ohne Insektenschutz heute ziemlich unangenehm geworden wär...

Rechts: oben auf den Mt. Macedon haben sie ein Kriegerdenkmal hingebaut. Man kann da auch mit dem Auto hinfahren, und ein paar Picknickplatzerl und ein Kaffeehaus gibt's auch.

Unten: der Ausblick vom Mt. Macedon war recht nett. Dieses Foto hab ich vom sog. "Major Mitchell Lookout Point" gemacht.

Dann bin ich weitermarschiert. Ein bisschen hinunter und dann wieder bergauf in Richtung des nächsten Bergs namens Camels Hump. Der Weg hat mich wieder durch unzählige schöne Wälder geführt. Im Gegensatz zu Neuseeland kann man hier überall sehen, dass es Unmengen an wilden Tieren gibt. 
Leider konnte ich nicht wirklich Fotos schießen. Denn ich hab es zwar dauernd rascheln gehört, in den Bäumen, am Boden und im Gebüsch um mich herum. Aber sobald ich stehen geblieben bin um genauer zu schauen, hab ich nur noch irgendwas in einen Bau flitzen oder ein paar färbige Teile zwischen den Baumkronen verschwinden sehen. Spuren - vor allem ihr wisst schon was - kann man aber unzählige auf den Wegen finden. Und alle paar Meter gibt's irgendeinen Bau oder ein Erdloch, auch von außen gut markiert. Ein Grund, warums gar so belebt ist, ist sicher, dass so wahnsinnig viele Leute da nicht marschieren. Die Straßen führen zwar zu den einzelnen Picknick- oder Aussichtsplätzen. Die Wanderwege, die diese Plätze miteinander verbinden, scheinen aber kaum benutzt zu werden. Das eindeutigste Zeichen dafür waren die unzähligen Spinnennetze, durch die ich hindurchmarschiert bin. Heute ist dort sicher vor mir noch niemand gegangen.
Auf Schildern und auch in den Infobroschüren wird man aufgefordert, möglichst langsam und leise zu gehen, um die Tiere besser beobachten zu können. Aber allzu unauffällig wollt ich mich dann auch wieder nicht verhalten. Ihr wisst ja - die Geschichte mit den Schlangen...

Rechts: es gibt in diesen Wäldern unzählige abgestorbene Bäume. Die riesigen Stämme sind ausgehöhlt und bieten Lebensraum für die verschiedensten Tiere, hauptsächlich natürlich Insekten und Reptilien. Das grüne Ding unten in der Mitte hat mich zuerst leicht erschreckt. Aber dann nach genauerem Hinsehen: Entwarnung - nur Fake!

Der nächste Berg, der Camels Hump, bringts mit noch 10 m mehr als der Mt. Macedon auf unglaubliche 1.011 m Höhe. Die Aussicht hat sich von jener vom Mt. Macedon nicht wirklich unterschieden, darum erspar ich Euch das Foto. Der Gipfel bzw. die Klippen vom Camels Hump bestehen im Gegensatz zum Mt. Macedon größtenteils aus relativ jungem Vulkangestein (2 bis 6 Millionen Jahre alte Lava).
Mein Weg zum dritten Bergerl auf meiner Route hat mich vorbei an diesem schönen See namens Sanatorium Lake geführt. Natürlich hab ich eine Ehrenrunde drum herum gedreht, keine Frage. Er wurde 1899 errichtet, um das nahe gelegene Tuberkulose-Sanatorium mit Wasser zu versorgen. Heute bietet er Lebensraum und Trinkgelegenheit für eine Unzahl an Tieren (hier leben auch Kahngurus und Koalas) und Pflanzen. Um alle Schilder zu lesen, die Wildlife und Vegetation um den See herum erklären, hätte ich mindestens eine Stunde gebraucht.
Und dann kam ich zu einem Steinhaufen, der am Rande meines nur minder steilen Weges aufgebaut war. Zuerst hab ich mit dem Ding nichts anfangen können. Aber dann hab ich bemerkt, dass es danach nur noch bergab ging. Als mir bewusst wurde, dass das wohl dann der 790 m hohe Gipfel des Mt. "Towrong" (der dritte und letzte "Berg" auf meiner heutigen Route) gewesen sein muss, bin ich noch mal umgekehrt, um das Foto zu schießen, dass ihr links sehen könnt. Man will ja doch beweisen, dass man ganz oben war...
Ich bin dann auf einem überraschend steilen Weg vom Gipfel des Mt. Towrong in Richtung Ort hinunter marschiert. 

Rechts: Am Weg hatte ich einen ganz netten Ausblick auf den Mt. Macedon, auf den ich heute Vormittag hinaufmarschiert bin. Wenn ihr am Foto genau schaut, bzw. vergrößert, könnt ihr auch das Kreuz vom Kriegerdenkmal erkennen.

Gegen 17.00 Uhr unten angelangt bin ich dann durch den ausgesprochen netten Ort wieder Richtung Bahnhof spaziert. Dieser Weg hat mich durch eine Allee geführt, in der in so ziemlich jedem Baum entweder Kakadus, oder ziemlich schöne blau-rote Sittiche gesessen sind. Leider auch alle sehr Foto-scheu.

Für meine 5 km hatte ich jede Menge Zeit, weil der Zug zurück erst kurz vor 20.00 Uhr ging. Diese Zeit hab ich für eine Kaffee- und Jausenpause, dem Schreiben einer Postkarte an meine Omi und mit dem Verfassen des Beginns dieses Eintrags genutzt. Und so bin ich erst gegen 21.15 Uhr in Melbourne aus dem Zug gestiegen.

Sicher ist sicher hab ich mir gedacht und noch schnell im Internetcafe meine Mails gecheckt. Und siehe da: gleich drei von meiner Freundin Caro, die heute (und somit viel früher, als ich es erwartet hab) in Melbourne angekommen ist und morgen früh gleich losstarten will. Sie und ihre Freundin Catherine sind mit einem Mietcamper unterwegs, eigentlich wollten wir zu dritt mit dem Ding von Melbourne nach Adelaide fahren. Ich weiß nicht, ob ich das hinbekomme - Quartier vorzeitig auschecken, Wäsche waschen, Post, Bank, Wechselstube, Optiker. Stress. So hab ich mir das nicht vorgestellt. Naja - morgen schauen wir weiter.

Liebe Grüße,

Isabelle

 

voriger Eintrag

last record

zurück zum Tagebuch

back to the diary

nächster Eintrag

next record