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20. März 2005
The Great Ocean Walk
 
Hallo nach einem tollen Tag im Otway National Park!

Caro und Katherine haben für heute Mittag eine Kajaktour zu einer Robbenkolonie gebucht. Und weil das 1. ein bisschen teuer und 2. relativ feucht und darum grundsätzlich nix für mich ist, hab ich mir für heute eine nette Wanderung vorgenommen.

Caro hatte gestern die tolle Idee, gleich bei einem Startpunkt zu übernachten, damit ich in der Früh gleich losmarschieren kann. Gesagt - getan, ich bin gegen 6.45 Uhr aufgestanden und hab mich kurz nach 7.00 Uhr auf den Weg gemacht. Die Wanderung, die ich heute gemacht habe, war ein Teil des sogenannten "Great Ocean Walks". Der Great Ocean Walk ist eine Mehrtageswanderung, der Weg ist eigentlich noch in Arbeit und großteils noch gar nicht fertiggestellt (am Ende soll er ca. 90 km lang sein). Aber die ca. 25 km lange Teilstrecke, die ich heute marschiert bin, ist vor kurzem fertig geworden - das hab ich mir natürlich geben müssen.

Der Track führte größtenteils entlang der Küste durch den Wald, ein paar Abschnitte davon am Strand entlang. 

Rechts: hier sieht man ganz gut, wie die Gegend beschaffen war: Hügerl rauf, Hügerl runter. Wunderschöne, relativ unberührte Strände und bei praktisch allen Lichtungen eine tolle Aussicht

Die unzähligen Spinnennetze, durch die er mich geführt hat, lassen darauf schließen, dass außer mir noch nicht wirklich jemand auf die Idee kam, einen Track zu gehen, der noch nicht offiziell eröffnet ist. Und das hat natürlich auch seine Vorteile. Denn Natur pur ohne Störungen. Unmengen an wunderschönen Vögeln und wieder jede Menge Spuren von Säugetieren. Die ersten 14 km hab ich ziemlich intensiv nach einem Koala in Foto-tauglicher Nähe gesucht. Ich hab zwar einige gesehen, aber sie waren alle ziemlich hoch oben in den Bäumen. Bei meiner ersten Pause hab ich mich dann auf einem doch recht stark frequentierten Picknickplatz zu einem Tisch gesetzt. Und ratet mal, was praktisch neben mir im Baum gesessen ist.
Und die Krönung war: ich hab ihn nicht mal selber gefunden! Eine australische Familie ist bei mir vorbeimarschiert und hat gemeint: "Hast eh den Koala gesehen?" Ich hab ein paar Fotos gemacht, die Australier auch. Und das ist ihm dann ziemlich schnell zu blöd geworden und er ist von seinem Baum hinuntergeklettert und hat das Weite gesucht. Sorry Koala!
An den meisten Kreuzungen gabs tolle, klare und natürlich neue Schilder wie dieses, nur manchmal waren keine zu finden, und so hab ich mich einmal kurz verirrt. Das hab ich nicht bereut, denn mein Irrweg hat mir einen ganz tollen Strandspaziergang beschert.

 

Irgendwo unterwegs ist mir dann leider die Batterie meiner Kamera ausgegangen. Darum gibts leider kein Foto von dem imposanten Leuchtturm, bei dem auch der vereinbarte Treffpunkt mit Caro und Catherine um 16.00 Uhr war. Ich war schon um 14.30 Uhr dort. Für die verbleibenden 1,5 Stunden hab ich mir vorgenommen, nach einem Kaffee ein bisschen das Leuchtturmgelände zu erkunden. Im Endeffekt wurde es dann 17.00 Uhr, bis Caro und Catherine da waren. So wahnsinnig gestört hat das nicht, denn Geschichte und Funktion des Leuchtturms bzw. der sich gleich daneben befindlichen ehemaligen Telegraphen-Station waren sehr interessant.

Wir sind entlang der Küste, an der sogenannten "Great Ocean Road", auf der wir seit gestern unterwegs sind, ein paar km weiter Richtung Westen gefahren.

Einen Zwischenstop haben wir noch bei einer besonders schönen Stelle an der Great Ocean Road eingelegt. Die sogenannten "12 Apostel" sind einzelne, aus dem Meer herausragende Felsen, die im Laufe der Jahrmillionen ihre heutige Form erreicht haben. Der Aufbau und die Entstehungsgeschichte ist praktisch gleich wie bei den Pancake-Rocks in Neuseeland (siehe 8. Februar), nur die Farbe ist ein bisschen rötlicher. Die 12 Apostel sehen bei Sonnenuntergang ganz toll aus, dieser Anblick wurde zum Motiv für viele Postkarten auserwählt. Darum sind wir auch zu dieser Zeit dorthin gefahren. Leider war nicht wirklich was mit Sonnenuntergang, weil es total bewölkt war. Aber schön waren sie trotzdem. Falls mir Caro ein paar Fotos spendiert gibt's die natürlich in Kürze an dieser Stelle.

 

Und am Abend gabs dann Luxus. Campingplatz. Mit Duschen und Klos und allem drum und dran. Nach den insgesamt ca. 27 km, die ich heute per pedes zurückgelegt habe, war ich darüber gar nicht bös. Und sogar Strom gabs. Zum Aufladen von Kamera, Labtop und Handies. Auch nicht schlecht.

Auch Caro und Catherine hatten einen ganz tollen Tag mit ihrer Kajaktour. Und eben jenen haben wir am Abend mit einem Flascherl Rotwein begossen.

Prost!

Isabelle

  

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