| 25. März 2005 | ||
| Cimex Lectularius | ||
| Hallo!
Heute Nachmittag im Bus hab ich mir gedacht, dass der heutige Eintrag wohl Rekordkürze haben wird. Weil nix passiert. Aufstehen, frühstücken, nach Adelaide fahren, schlafen gehen. Seht ihr: 7 Wörter und alles gesagt. Letztes Mal, wie ich mir sowas gedacht habe, hab ich die darauffolgende Nacht im Krankenhaus verbracht. Vielleicht ist es manchmal gar nicht so schlecht, wenn einfach nix passiert. Ohne Vorwarnung sind die Leute von der 13-köpfigen Reisegruppe heute früh kurz vor 6.00 Uhr aufgestanden und haben Festbeleuchtung und jede Menge Lärm gemacht. Erst 1,5 Stunden später sind sie endlich zum Wandern abgedampft, danach (7.15 Uhr) hab ich mich noch einmal hingelegt und noch ein kleines Mützerl gemacht. Denn gestern (bzw. heute) bin ich nach Telefonaten mit der Heimat erst gegen 2.00 Uhr früh schlafen gegangen, und diese nicht einmal 4 Stunden haben mir irgendwie nicht gereicht... Den heutigen Vormittag hab ich also entspannt mit Schlafen, Frühstücken, Packen, Postkarten schreiben und spazieren gehen verbracht. Um 13.30 Uhr bin ich in den Bus nach Adelaide gestiegen. Im Bus habe ich mich sehr nett mit einer meiner Zimmerkolleginnen von letzter Nacht unterhalten. Ihr Name ist Michelle, sie kommt aus Irland. Noch während der Busfahrt haben wir gleich Betten im sogenannten "Sunny's Backpackers" reserviert. Petra und Sebastian (siehe 22. März) aus Slowenien waren vor wenigen Tagen dort und haben es mir wärmstens empfohlen.
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| Als wir im Sunny's dann unser Zimmer betraten, waren wir nicht ganz so angetan wie Sebastian und Petra. Abgesehen von dem eher vermoderten Aroma hat es nicht besonders sauber ausgeschaut. Farbe und Verputz sind von den Wänden gebröckelt, der Teppich scheint schon vor der Entdeckung Australiens durch die Europäer hier gelegen zu sein und durch die in etwa gleich alten Fenster sah man vor lauter Dreck kaum durch. Im Zimmer (wir haben am Telefon noch extra um reines Frauenzimmer gebeten) waren bereits zwei australische Mädels einquartiert. | |
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Während ich einen Blick ins Bad geworfen habe (am Foto links), ist eine von den beiden gerade aus dem Klo gekommen, das sich gleich daneben befand. Als sie sah, dass sich hier jetzt auch noch andere Leute im Zimmer befinden, hat sie sich umgedreht, ist zurück aufs Klo und hat die Spülung betätigt. Eigentlich eh nett und rücksichtsvoll. |
| Die beiden haben
kein Geheimnis daraus gemacht, dass sie sich gegenseitig recht gut
leiden konnten... So war das mit dem Frauenzimmer nicht gemeint. Auch
wenn wir nicht wirklich angetan waren, hätt uns das alles noch nicht so
gestört. Aber dann hat die eine Lesbe auf eines der Betten gedeutet und
zu uns gesagt: "Ich will Euch nur empfehlen, dieses Bett nicht zu
nehmen". Wir - logische Reaktion: "Warum???" Sie: "Naja,
da waren Bed Bugs drin, die Leute vom
Backpackers sind gerade gekommen und haben es mit Insektenvertilgungsmittel
eingesprüht. Aber die anderen Betten sind ok." Aso. Ich hab in dem
Moment noch nicht gewusst, was Bed Bugs
sind, mir war nur klar, dass es sich um irgendeine Insektenart handeln
muss. Aber Michelle hat's die Schuh ausgezogen.
Inzwischen weiß ich, dass es sich bei Bed Bugs um Wanzen handelt. Besonders viel hab ich über Wanzen nicht gewusst, aber ich hab im Nachhinein ein paar Infos eingeholt, die Ihr Euch hier (leider nur auf Englisch, wollte mir nicht die Zeit nehmen, es zu übersetzen) ansehen könnt, wenn Ihr irgendwo auf dieser Seite auf das Wort "Bed Bugs" klickt. Wir haben noch versucht, eine andere Unterkunft zu finden, aber die Backpackers in der Nähe waren ausgebucht. Die vom Sunny's haben gemeint, wegen der Bed Bugs würden sie uns die Nacht um den halben Preis geben. Na das is ja was, oder? Bei Michelle und mir ist dann doch leicht die Verzweiflung ausgebrochen und wir haben uns entschieden, zu versuchen, dieses Problem sozusagen in Alkohol zu ersäufen, damit die Nacht nicht ganz so schlimm wird. Und Michelle war auch schon ziemlich hungrig. Wir sind also hinaus auf die Straße (da war's so ca. 20.00 Uhr) und mussten schnell feststellen, dass praktisch alle Lokale geschlossen waren. Weil Karfreitag. Und nix zu finden. Und dann plötzlich ein unerwartetes "PIEPS"! Jamie aus Kanada (siehe 16. März), den ich zu Mittag per E-Mail über meine heutige Reise nach Adelaide informiert habe, hat sich per sms gemeldet. Er ist schon seit ein paar Tagen in Adelaide. Wir haben uns mit ihm getroffen, in der Hoffnung, dass er uns sozusagen zu Abendessen und ein paar Bier verhilft... Doch der Typ an der Bar in Jamies Backpackers hat uns dann als Draufgabe noch folgendes erklärt: heute ist Karfreitag. Das bedeutet, dass es im ganzen Bundesstaat verboten ist, Alkohol auszuschenken. Und jeder, der dies vor Mitternacht tut, muss mit einer Geldstrafe von AUS $ 22.000,- rechnen. Amen. Und obwohl er Mitleid und Verständnis angesichts unseres Bed Bug-Problems hat, ist ihm die Geschichte keine 22.000 Dollar wert hat er gemeint. Hab ich auch irgendwie eingesehen. Also sind wir zu dritt zu einem der wenigen offenen Asiaten Abendessen gegangen. Und haben nachgedacht und beraten. Über Bed Bugs. Und wir sind immer nervöser geworden. Michelle hat verzweifelt begonnen, alle möglichen Bekannten in Irland anzurufen, die wissen könnten, wie schlimm und gefährlich das mit den Viechern jetzt eigentlich ist. Und irgendwann haben wir uns entschieden, einfach in Jamies Backpackers zu fragen, obs nicht dort noch zwei freie Platzerln gibt. Gegen 23.00 Uhr sind wir dann mit Jamies Hilfe aus unserem Bed Bug-Zimmer aus- und in ein zwar gemischtes und großes, aber dafür sehr sauberes und modernes Zimmer im freundlichen "Blue Galah"-Backpackers eingezogen. Wens interessiert hier der Link zum Blue Galah: http://www.bluegalah.com.au/_Blueweb/index.html. Sie sind die Werbung wert. |
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| Rechts: unser voll belegtes gemischtes 10-Bett-Zimmer im Blue Galah. Uns war's wurscht, Hauptsache sauber. Am Foto seht Ihr sozusagen die Aussicht von meinem Bett. THANK YOU, JAMIE!!! | ![]() |