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5., 6., 7. und 8. April 2005
St. James Walkway
 
Liebe Freunde!

Melde mich nach einer ganz tollen 4-Tages Wanderung gesund und zufrieden aus dem momentan regnerischen Christchurch zurück.

Kurz zusammengefasst würde ich sagen, dass der St. James Walkway eine leichte aber sehr schöne Wanderung ist, die nicht mit Sensationen, sondern mit durchgehend gut ausgebauten Wegen, guten Hütten und schöner Aussicht glänzt. Im Internet hab ich eine Karte gefunden:

 

Tag 1: Lewis Pass bis Ada Pass Hut

Day 1: Lewis Pass to Ada Pass Hut

Morgens gegen 8.30 Uhr haben wir uns auf den Weg in Richtung Endpunkt der Wanderung gemacht, wo wir das Auto gegen eine gerade noch akzeptable Gebühr von NZ $ 16,- für die 4 Tage gesichert geparkt haben. Von dort hat uns eine nette englische Familie zum Startpunkt der Wanderung mitgenommen, wo wir kurz nach 12.00 Uhr unsere Wanderung begannen.

Der erste Tag hat uns hauptsächlich durch waldiges Gebiet geführt, auf etwas über 1.000 m Seehöhe zu unserem ersten Ziel, der Ada Pass Hut. Das Wetter hätte besser nicht sein können: strahlender Sonnenschein und nicht eine Wolke am Himmel.

Links: Eine der unzähligen Toutouwais (neuseel. Drossel), die uns an diesem Tag begegnet sind. Sie waren zutraulich und frech, sind auf Rucksäcken und Wanderstöcken herumgeklettert. 

Left: One of the numerous Toutouwais (NZ Robins) we met on this day. They were not scared of humans, were very cheeky and perched on backpacks and walking sticks.

 

Tag 2: Ada Pass Hut bis Anne Hut

Day 2: Ada Pass Hut to Anne Hut

Für diesen Tag haben wir eine relativ lange Strecke von ca. 25 km eingeplant. Empfohlen wird, diese Strecke in 2 Tagen zurückzulegen, aber dafür war sie unserer Meinung nach einfach zu kurz. 

We planned to walk about 25 km today. It's recommended to walk this distance in 2 days, but we thought that it's too short for that.

Am Vormittag haben wir unfreiwillig eine kleine Extra-Runde eingelegt. Bei einem Zwischenstopp hat jemand seine Kamera verloren (und das war nicht Chris). Leider hab ich das erst ca. 1 km später bemerkt, darum sozusagen Fleißaufgabe: zurückmarschiert, gesucht und glücklicherweise auch gefunden.

In the late morning we had to backtrack over 1 km because somebody left a camera behind... and it wasn't Chris. So we did a little extra work: walking, searching for and, fortunately, finding it.

Wieder wurden wir mit perfektem Wetter verwöhnt, was das Marschieren noch einfacher und schneller machte.

We had perfect weather again, that made our walk easier and faster.

Unser Mittagessen haben wir gegen 14.00 Uhr in der Christopher Hut genossen. Dort haben wir eine laute Truppe von in etwa 15 Jugendlichen angetroffen, die die Wanderung in die andere Richtung machten und die Nacht in dieser Hütte verbrachten. Das hat unsere Motivation, zur Anne Hut weiterzumarschieren, noch verstärkt!

We enjoyed our lunch at about 2.00 pm in the Christopher Hut. There we met a noisy group of about 15 young people. They made the walk the other way around and spent the night in this hut. That increased our motivation to walk on to Anne Hut.

Rechts: angeblich wilde Pferde in der Nähe der Christopher Hut

Right: wild horses near Christopher Hut

Links: inzwischen geht die Sonne gegen 18.30 Uhr unter. Lange Märsche bis 20.00 oder 21.00 Uhr abends, wie ich sie gewöhnt war, sind da nicht mehr möglich...

Left: in the meantime the sunsets are at about 6.30 pm already. Long walks until 8.00 or 9.00 pm, like I was used to do, are not possible any more.

 

Tag 3: Von der Anne Hut bis zur Stadt der Mäuse (Magdalen Hut)

Day 3: From Anne Hut to Mice-City (Magdalen Hut)

Dieser Tag begann morgens bewölkt und leicht regnerisch. Wir sind relativ spät losmarschiert, was gut so war, denn gegen Mittag wurde das Wetter besser und hat uns einen weiteren tollen Tag beschert.

This day started cloudy and a little bit rainy. We started quite late in the morning which was a good idea, because the weather became better. So we had another great day.

Rechts: unser Weg führte uns entlang des Anne Saddle. Wir haben die Rucksäcke kurz abgelegt, um die Umgebung zu inspizieren und vielleicht einen guten Aussichtspunkt zu finden. Abgesehen von einer Entlastung für unsere Rücken waren wir aber nicht wirklich erfolgreich...

Right: the track leaded us along the Anne Saddle. We droped our backpacks for a short while to discover the surroundings and look for a nice lookout point. Except a short relaxing time for our backs we weren't very succesful...

Links: ... doch wir wurden bald wieder entschädigt, als uns der Weg entlang der Berge durch schönes Grasland führte.

Left: ... but this was compensated soon, as the track led alongside the mountains, threw beautiful grassland.

Es hat schon gedämmert, als wir kurz nach 18.00 Uhr in die Nähe der Magdalen Hut kamen. Und dann doch eine unangenehme Überraschung: ein Fluss zum Überqueren, doch bei weitem breiter als die anderen bei dieser Wanderung. Obwohl uns diese Hütte des öfteren empfohlen worden war, hat von diesem Fluss niemand etwas erwähnt.

Und als wir das endlich geschafft hatten und in der Hütte waren, kam die nächste Unannehmlichkeit: Mäuse. Unmengen. Gleich frech wie am ersten Tag die Toutouwais sind sie an uns vorbeigelaufen und haben ungeniert damit begonnen, sich über unsere Vorräte herzumachen. Bei einem Blick ins Hüttenbuch mussten wir feststellen, dass so ziemlich alle, die in dieser Hütte übernachtet haben, mit den Mäusen ihren Spaß hatten. Einer hat geschrieben "wir hatten ein volles Unterhaltungsprogramm von den Mäusen für die ganze Nacht". Andere meinten "diese Hütte braucht Mäusefallen oder eine hier ansässige Katze!". Am Anfang haben wir noch jede Maus, die wir gesehen haben, verscheucht. Mit der Zeit haben wir resigniert. Wir sind auf einer Bank gesessen und haben uns unterhalten, und die Mäuse sind neben uns vorbei bzw. teilweise auch unter der Bank durchgelaufen. Wir haben sie ihre Wege erledigen lassen - es waren sowieso viel zu viele, um sie irgendwie aus der Hütte zu verbannen. Nur die eine, die versehentlich meinen Fuß hinaufgelaufen ist, konnte ich nicht mehr ignorieren... 

Vorräte und Rucksäcke haben wir in der Mitte der Hütte aufgehängt, um sie vor der Mausattacke zu schützen. Es wäre ein Leichtes gewesen, Hütte mit Mäusen zu fotografieren, aber ich war so baff, dass ich einfach nicht dran gedacht hab. So müsst Ihr Eure Fantasie spielen lassen, tut leid...

 

Tag 4: Magdalen Hut bis Boyle Village

Day 4: Magdalen Hut to Boyle Village

In der Annahme, dass die Mäuse nicht das geringste Interesse daran haben können, habe ich am Abend mein Duschgel zusammen mit dem Klopapier in ein Sackerl gegeben und dieses an die Tür gehängt. In der Früh waren sie durch Sackerl und Duschgelflasche durch. Sehr interessant...

Und auch der Plastikbehälter, in dem ich Chris Schokolade luftdicht verstaut hatte, hat recht lustig ausgesehen. Aber durchgekommen sind sie nicht. Ätsch! Sozusagen Mäusesicher - gut zu wissen für die Zukunft!

Der letzte Tag hat uns hauptsächlich durch bewaldetes Gebiet zurück zum Parkplatz geführt, wo wir nach etwa 3,5 Stunden das Auto unversehrt vorfanden (schon immer ein gutes Gefühl!).

Rechts: Es wird Herbst! Die Blätter fallen von den Bäumen und die Pilze sprießen aus dem Boden. Hier ein paar Fliegenpilze, von denen haben wir unzählige gesehen. Im Hintergrund Fluss (Boyle River) und ein kleiner Wasserfall, leider nicht so gut zu erkennen.

 

Den Zahnarzttermin, den ich für Freitag, 15.00 Uhr vereinbart hatte, musste ich während der Rückfahrt auf Montag verschieben, doch abgesehen davon, hat eigentlich alles wie geplant funktioniert.

Gegen 16.30 Uhr sind wir wieder im Vagabond Backpackers in Christchurch angekommen. Nach Tee, Dusche und E-Mail Check bin ich leicht erschöpft relativ früh schlafen gegangen. Toll wars.

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