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29. Mai 2005
Te Papa
  
Halli-Hallo!

Der Titel meines heutigen Eintrages hat nichts mit Verwandtschaftsverhältnissen zu tun, wie man vielleicht glauben könnte. Nein, Te Papa ist der Name des riesigen Museums in Wellington. 

Der Rest ist jetzt nicht allzu schwer zu erraten: ich war heute dort. Es war schon das zweite Mal, denn am 2. Februar, am Tag bevor wir auf die Südinsel gefahren sind, war ich auch schon mal drin. Schon bei diesem ersten Besuch hab ich festgestellt, dass es einfach viel zu groß und umfangreich ist, um sich alles auf ein Mal anzusehen. Jedes Mal ein Teil ist wohl die bessere Strategie - und bei Gratis-Eintritt auch kein finanzieller Nachteil. Im Februar hab ich mir eine sehr interessante Ausstellung über Neuseeland in den 70ern angesehen.

 Der Teil, den ich heute besucht habe, hat von Neuseelands "anderer" Völkergruppe, den Maori gehandelt. Ich sag absichtlich nicht "Ureinwohner", denn das sind sie eindeutig nicht. Aber sie waren auf jeden Fall vor den Engländern da. Und als die Engländer dann aufgetaucht sind - naja, ihr kennt das ja - brenzlige Geschichte. Aber sie haben es im Gegensatz zu so manchen anderen nicht schlecht gemacht. Sie haben so eine Art Vereinbarung getroffen, die die Besitzverhälnisse am Land und auch die Rechte und Pflichten von Maoris und Europäern regelt. Diese Vereinbarung heißt "The Treaty of Waitangi" und ist nach wie vor gültig. Sie wurde 1840 von Vertretern der britischen Krone und über 500 Maori-Häuptlingen verschiedener Stämme unterzeichnet. Es ist so eine Art Verfassung in Neuseeland. Jedes Kind lernt sie in der Schule, und ohne sie zu kennen, wird man auch nicht als Beamter in den Staatsdienst aufgenommen. Und das ist allzu viel nicht verlangt: sie ist nur ca. 1 Seite lang.

Nur ein Problem gabs (bzw. gibts) mit der "Treaty": Als die Engländer erstmals nach Neuseeland kamen und dort die Maori vorfanden, hatten die Maori noch keine geschriebene Sprache, nur die geprochene. Also mussten die Maori-Worte von den Engländern in Schriftform umgewandelt werden. Und das mit dem Übersetzen war auch nicht gerade einfach. Langer Rede, kurzer Sinn: Im Endeffekt ist das, was damals von Englisch auf Maori übersetzt wurde nicht genau das, was auf Englisch drin stand. Wenn man die Maori-Fassung rückübersetzt auf Englisch, dann ändert sich die ganze Treaty doch beachtlich. Für alle, die es ganz genau interessiert: hier gibts die drei Fassungen zum Nachlesen.  

Original text in English Original text in Mãori Translation of the original Mãori text
 

Ich für meinen Teil hab wieder was gelernt und einen tollen Tag gehabt. Ich schick Euch viele liebe Grüße!

Isabelle

 

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