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19. Juni 2005
Ellerslie Racecourse Car Fair
  
Ich grüße nach einem ereignisreichen Tag!

Was jetzt nicht im geringsten negativ anzusehen ist, ganz im Gegenteil! Da wir uns beide langsam dem Ende unseres Neuseeland-Urlaubs nähern, ist die Zeit gekommen, wo wir unsere Autos wieder loswerden müssen.

Und darum sind Volkmar und ich sind heute kurz nach 7.00 Uhr früh aus der Waikatoa Surf Lodge in Port Waikato aufgebrochen und nach Auckland gefahren. Gegen 8.30 Uhr waren wir am vorläufig geplanten Ziel: derr "Ellerslie Racecourse Car Fair" in Auckland. Der Name hat nicht wirklich was zu bedeuten, Ellerslie ist der Stadtteil in Auckland, wo die "Messe" war und Racecourse steht nur darum im Namen, weil sie eigentlich direkt an der (Pferde)-Rennbahn stattgefunden hat.

Vom Ablauf dieser Geschichte war ich ziemlich beeindruckt:

Man fährt zum Eingang, wo ein paar nette Leute stehen, die Gebühr von $ 30,- kassieren und sich nach Baujahr und Preis des Autos (für beides hab ich mir die schöne Zahl 1990 ausgesucht) erkundigen. Dieser Auskunft entsprechend schreiben sie ein Schild, das man hinter der Windschutzscheibe anbringt. Man fährt weiter ins Gelände, wo man von ein paar anderen ebenso netten Leuten zu einem dem Auto und dem Preis entsprechenden Platz dirigiert wird. Meiner z.B. war am Platz "Cars under $ 5.000,-". Und dort stehen dann wieder andere, noch immer sehr nette, die einem einen bestimmten Parkplatz zuweisen.

 

 

Und dann gehts los! Im Prinzip steht man halt bei seinem Auto herum (bzw. sitzt drin) und hofft, dass jemand des Weges kommt, der es kaufen will. Und potenzielle Käufer gibt es genug. Die Betrüger (sowohl auf der Käufer- als auch auf der Verkäuferseite) sind auch relativ offensichtlich erkennbar. Immer wieder werden Motorhauben geöffnet, Probefahrten unternommen, Reifen gecheckt. Überall wird verhandelt und gefeilscht. Ich sags Euch, türkischer Basar nix dagegen!

Das Interesse an meinem Auto war nicht besonders groß, leider hab ich es nicht verkauft. Daraus hab ich geschlossen, dass ich wohl zu teuer bin. Gegen 1.00 Uhr war der ganze Spuk praktisch schon vorbei, die Leute und auch die Autos (teilweise verkauft, teilweise nicht) sind langsam wieder abgezogen.

 

Ich hab - mal abgesehen von der interessanten und lustigen Erfahrung - aus der Geschichte eines gelernt: Offensichtlich war ich zu teuer. Also hab ich ein neues Schild geschrieben mit dem Preis $ 1.500,- und habs ein paar Mal kopiert. Dann bin ich eine Runde in Auckland gegangen und hab das Schild in ein paar größeren Backpackers und Internetcafes aufgehängt. Ca. 2 Stunden später haben mich zwei amerikanische Jungs angerufen, die interessiert waren. In etwa eine weitere Stunde später waren sie bei meinem Backpackers und haben sich das Auto angesehen und noch eine Stunde später sind sie gemeinsam mit meinem Auto wieder abgedüst, nachdem sie mir $ 1.350,- dagelassen haben.

Somit hab ich das Auto um genau $ 500,- weniger verkauft, als ich ich gekauft habe. Wenn man da jetzt noch die Versicherung von $ 115,-, die Steuer von $ 55,- und das Pickerl (hier WOF genannt, für Warranty Of Fitness) um $ 40,- dazuzählt, hat mich das Auto für 7 Monate insgesamt $ 710,- gekostet. Das macht pro Tag in etwa $ 3,40, was wiederum ca. € 1,90 sind. So berechnet hab ichs glaub ich nicht so schlecht gemacht...

 

Fast schon im Vorbeigehen hab ich einem Engländer meinen Reiseführer um $ 10,- verkauft. Gutes Gefühl, ein paar Dinge auf sinnvolle Art und Weise loszuwerden, dachdem sie ihren hilfreichen Part in meinem Leben erledigt haben...

Viele liebe und hochzufriedene Grüße schickt

Isi

 

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