| 30. Juni 2005 |
| Eine gewichtige Angelegenheit |
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Hallo aus dem Flieger!
Mein Abreisetag aus Neuseeland hat sich ziemlich anstrengend gestaltet, mit mehr Aktion und Nervenkitzel, als mir lieb gewesen wäre. In der Früh ist erst mal mein Shuttle-Bus ziemlich spät dran gewesen. Egal wars, weil ich rechtzeitig am Flughafen war. Dort dann aber Überraschung: Ein großes, neues Schild vorm Check-In-Schalter von Air New Zealand. Wer mehr als die erlaubten 20 kg Gepäck mitführt, muss NZ$ 25,- (= ca. € 14,-) pro kg an Gebühren bezahlen. Ich hab mir gedacht, dass die vielleicht so streng nicht sind. Bis ich gesehen hab, dass die Leute vor mir schon kräftig zur Kasse gebeten werden. Das war dann der Moment, an dem sich bei mir die Nervosität eingestellt hat. Also hab ich mich aus der langen Menschenschlange wieder "ausgefädelt". Und bin aufs Behindertenklo (weil viel Platz und so) und hab dort aussortiert und weggeworfen. Papier. Duschgel. Haarwaschmittel. Gebrauchsanweisungen (die ich hoffentlich im Internet wiederfinde). Handtücher. Und so weiter. Und als ich gerade mein gesamtes Gepäck ausgebreitet hatte, hats an der Tür geklopft. Weil Klo auch Wickelraum. "Entschuldigung, brauchen sie noch lang?" hat eine freundliche Damenstimme von draußen reingerufen. "Weil ich würd gern mein Kind wickeln!" Ich also wieder alles zusammengeworfen und raus aus dem Klo - und draußen weitersortiert. Interessantes Gefühl sag ich Euch - die Leute schauen einem auch sehr interessiert zu... Auf jeden Fall bin ich auf diese Art schätzomative 5 kg losgeworden und hab mich wieder ans Ende der Check-In-Schlange getraut. Aber wohl war mir nicht, denn dass ich noch immer mehr Gepäck hab als 20 kg war mir klar. Hinter mir ist ein nettes neuseeländischeds Ehepaar gestanden. Ich bin mit den beiden ins Plaudern gekommen. Andrea und Denis (so heißen die beiden) haben mir dann angeboten, mein Gepäck gemeinsam mit ihrem einzuchecken. Sie sind nur auf einen 4-Tages-Kurzurlaub nach Sydney geflogen und hatten daher nicht besonders viel Gepäck dabei. Und es hat tatsächlich so funktioniert! Meine 36 (!) kg haben wir gemeinsam mit dem Gepäck der beiden eingecheckt und haben die somit erlaubte Höchstgrenze von 60 kg nicht überschritten. Und so hab ich meine 7 (000.000) Sachen zumindest einmal bis Sydney gebracht. Und dort dann neue Herausforderung: Aua gibt zwar 25 kg Freigepäck, verrechnet aber schon AUS $ 30,- (= ca. € 17,-) pro kg Übergepäck. Also hab ich noch eine Wegwerfparty in der Check-In-Halle des Sydney-Airport veranstaltet. Als ich zu sortieren begann war ich praktisch allein mit der Bank, auf der ich meine Sachen ausgebreitet hatte. Innerhalb weniger Minuten hatte sich plötzlich eine Menschenmasse um mich versammelt, die sich genau diesen Platz ausgesucht hatten, um soeben dort abgesetzte Verwandte lautstark in irgendeiner arabischen Sprache zu verabschieden. Und dann wahre Herausforderung: Mitten während der (etwas unter Zeitdruck veranstalteten) Aussortiererei hat mich mein Vater am neuseelandischen Handy angerufen, dass glücklicherweise in Australien auch funktioniert hat. "Aber nein Papa, du störst doch nicht. Ja, ich bin in Neuseeland, alles paletti. Bin in Richtung Norden unterwegs..." Ich hab mich für den 11. Juli angekündigt, nach wie vor in der Hoffnung, am Wochenende einen Überraschungsbesuch abstatten zu können. Aber zumindest hatte die Aktion Erfolg! Die ca. 3 kg, die ich danach noch über der Grenze war, hat man mir durchgehen lassen. Mit über 2-stündiger Verspätung sind wir in Sydney gegen 19.00 Uhr Ortszeit gestartet. Diesmal hab ich übrigens kein vegetarisches Menü bei der AUA bestellt (man lernt ja dazu...). Ich hab einen sehr netten australischen Sitznachbarn namens Steven erwischt. Der tauscht immer mit mir: Fleisch gegen Beilage. BIS BALD! Isi |