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8. Juni 2005
Meine erste Nacht im Gefängnis
  
Hallo aus dem Häfn!

Eine Idee, über die zu sprechen es noch nicht an der Zeit ist, hat uns heute überraschend von Clive, wo wir in der sympatischen "Gannet Cottage" übernachtet hatten, nach Napier geführt. Und natürlich auch wieder zurück. Das war ein Umweg von ca. 300 km. Was wiederum zur Folge hatte, dass wir die für heute ursprünglich geplante Route bis nach Tokomaru Bay unmöglich schaffen konnten.

Also haben wir ein bisschen improvisiert und uns in Napier Unterkunft gesucht. Diese haben wir auch gefunden, und zwar im Napier Prison Backpackers. Ein paar kreative Geister haben vor einiger Zeit das 1904 erbaute und 1993 geschlossene Gefängnis von Napier gekauft und zu einem Backpackers umgebaut.

Ich kann nicht behaupten, dass es gemütlich ist. Ich glaub so viel kann man bei einem Gefängnis gar nicht umbauen. Ein bissi kalt. Und das mit dem Klo ist auch so eine Sache: es ist nur mit einer Holz-Schwingtür optisch vom Rest unserer Zelle getrennt. Momentan benutzen wir doch lieber das Klo in der (glücklicherweise leeren) Nachbarzelle. Aber ein Erlebnis ist es auf jeden Fall, darum hab ich ein paar Fotos für Euch geschossen:

Gegängnismauer und Eingangstor

Ein Doppelzimmer, wie wir es hatten

rechts das Klo, hinter dem schön türkis gestrichenen Türrahmen und der weißen Schwingtüre davor

links oben: das sonnendurchflutete Badezimmer Auch hier die Schwingtüren - sozusagen zur Wahrung der Privatsphäre. Bei den Duschen war man auf jeden Fall so rücksichtsvoll, hinter den Schwingtüren zusätzlich Duschvorhänge anzubringen.

rechts oben: Einige Zellen werden nicht als Unterkunft, sondern als Schauräume benutzt. Es gibt sehr viele Bilder, Fotos und Schilder, die Auskunft über die Geschichte von Gefängnis und Insassen geben. Obige Zelle (sozusagen Darstellung der Iso-Haft für Lepra-Kranke) war zwar nicht ganz so informativ aber zumindest detailverliebt und wieder mal - was anderes...

rechts: einer der Gefängnistrackte (ich glaub es war der Ostflügel)

Wie es halt im Häfn so üblich ist, kann man die Türen nur von aussen versperren. Und das halt dann so, dass man sie von innen nimmer aufkriegt. Das hat mir eigentlich nicht so besonders gut gefallen. Die schweren Metall-Türriegel hätten sie im Zuge des Backpacker-Umbaus entfernen können, finde ich. Aber Nervenkitzel halt gratis dabei: Kommt vielleicht irgendein Besoffener oder ein Spaßvogel mitten in der Nacht und verriegelt von aussen, während man drinnen gemütlich sein Nickerchen hält? Mehr als einfach nur ein bisschen unangenehm wär das auch nicht geworden - aber ihr wisst ja...

Wer genaueres über das Napier Prison Backpackers wissen will, kann deren Heimatseiterl besuchen: www.napierprison.com

Morgen gehts weiter in Richtung Nordosten - wieder mal der Küste entlang. Ich halt Euch wie immer auf dem Laufenden. Viele liebe Grüße!

Isabelle

 

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