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5. November 2004
Isis entspanntes Farmleben
Hallo alle zusammen!

Wieder danke für die vielen lieben E-Mails, schön, auch über daheim up- to-date gehalten zu werden. Den vielfachen Wunsch nach Fotos kann ich leider aus EDV-technischen Gründen noch nicht erfüllen, bin aber dran.

Rechtzeitig zum "Mäderl-Treffen" von Susi, Isabel, Eva usw. möchte ich nun ein bisschen was von meinem "Farm-Leben" erzählen, das ich jetzt schon seit 4 Tagen führe. 
Die Farm, auf der ich hier bin, heißt "Ruapehu Homestead". Ruapehu ist der Name des Bergs, an dem diese Farm liegt. Sie gehört einem Ehepaar (so um die 50), Sue und Don. Sie haben 4 adoptierte Kinder zwischen 11 und 20, 2 davon wohnen hier. Es gibt 15 Pferde, Unmengen an Katzen, eine Ziege und ein erwachsenes und ein paar (ich glaub 4) junge Schafe. Eins davon müssen wir 2 mal täglich mit der Flasche füttern - wirklich süß, ich werd von ihm (er heißt Bubbles) noch ein Foto schießen und wenns funktioniert natürlich auch schicken.

Und da wären wir auch schon beim Thema Arbeit:

Hoteltrakt des Hauses

Aussicht auf Garten und Mt. Ruapehu

 
Bubbles zu füttern ist natürlich einer der angenehmsten Jobs hier, aber auch der Rest ist absolut ok. Es sind viele verschiedene Dinge zu tun, bis jetzt hab ich: Pferde versorgt (incl. reiten), Brot gebacken, Geschirr abgewaschen, Zäune und Tore gestrichen, normale Hausarbeiten (Staubsaugen, Häusl putzen, ...) gemacht, ein bisschen (wenig) Küchenarbeit gemacht und natürlich Bubbles gefüttert. Interessant ist: egal, was ich mache, es macht Spaß. Ich glaube das ist so, weil man von keiner Tätigkeit übermäßig viel machen muss, d.h. bevors einen zu nerven beginnt, macht man schon wieder irgendwas anderes. Und - den sprichwörtlichen Haxn braucht sich hier auch keiner auszureißen.
 

Bubbles beim Abendessen...

... und danach

 
Man beginnt um 7.30 Uhr zu arbeiten, da sind einige allgemeine tägliche (hauptsächlich Reinigungs-)Arbeiten zu machen, die sich alle untereinander aufteilen (je nachdem, wie viele Leute gerade da sind und wer auf was Bock hat). Wenn das erledigt ist, so gegen 8.30 setzen sich alle so für ca. 30 Min zum Frühstück zusammen. Dann, so gegen 9.00, beginnt man eigentlich zu arbeiten, d.h. eben z.B. Zäune streichen, Brot backen, kochen (fürs Mittagessen), Pflanzerln einsetzen oder Unkraut jäten usw. Es gibt hier Unmengen von solchen Arbeiten. Auch Ausritte mit Gästen gibts hin und wieder, da sollten halt dann auch erfahrene Reiter mitkommen bzw. das Ganze alleine veranstalten. So werd ich wohl nächste Woche einige Zeit verbringen. Um 13.00 Uhr ist der ganze Spuk dann auch schon wieder vorbei, da gibts Mittagessen und den restlichen Tag kann man verbringen, wie man will.

 

Im Moment gibts hier 8 Leute, die nach diesem Modell arbeiten: 1 irisches Pärchen (reisen dieses Wochenende ab), 2 Engländer (sind gestern Abend gekommen), 1 Tscheche (hotovo!!!), 1 Japanerin, 1 Kanadier und ich.

Louise aus Irland

Von links nach rechts: Michal aus Tschechien, Sheen aus Irland, meine Wenigkeit, Richard und Liam aus England

Russel aus Kanada

Morgen sollten noch 2 Mädls kommen, ich weiß noch nicht, wo die her sind. Und so ist es hier halt ein ständiges Kommen und Gehen. Die Leute sind alle sehr nett, es ist super-harmonisch, v. a. wenn man berücksichtigt, dass sich die Leute untereinander ja praktisch nicht kennen (oder ist es gerade darum so nett?).

 

Ein paar wirklich einfache - und absolut einleuchtende - Regeln sind zu befolgen, ansonsten ist es hier ziemlich "easy". Und dementsprechend gut gehts mir auch schon. Beim Arbeiten kann ich ein bisschen die Seele baumeln lassen (wirklich geistig anspruchsvoll ist das ja alles nicht), am Nachmittag geh ich Laufen, Spazieren o. ä. 

Die beiden "Minitures", kleine Ponys namens Diana (rechts)  und Fergy (links). Sie sind zu klein zum Reiten, aber manchmal gehen wir mit ihnen (ähnlich wie mit Hunden) spazieren, damit sie auch ein bisschen Bewegung kriegen. Sie sind ganz süß, aber wenn sie einen schlechten Tag haben, schlagen und beißen sie und es wird zu einer echten Herausforderung, sie einzufangen...
Heute hab ich am Nachmittag 2 Stunden gearbeitet, und morgen werd ich 1 Stunde am Nachmittag arbeiten. Dann kann ich voraussichtlich am Montag (hängt vom Wetter ab) einen ganzen Tag frei haben. Da werd ich dann mit "Kollegen" auf den Mt. Ruapehu wandern, um Vulkan, Geysire u.ä. zu bewundern. Die Wanderung dauert angeblich 8 Stunden (17 km), sollte sich also an einem Tag schön ausgehen. Freu mich schon sehr auf diese Geschichte. Mein Magen ist auch schon ziemlich versöhnt. Zucker und Fett geht noch nicht so gut (zumindest nicht viel davon), Milchprodukte gehen schon wieder und ich spüre auch, wie ich mir jeden Tag wieder mehr leisten kann.

Nächstes Mal kann ich vielleicht schon von einer tollen Wanderung erzählen...

Ich schicke Euch viele herzliche und erholte Grüsse! Bis zum nächsten
Ma(i)l!
Isabelle

 

( F O T O S   W U R D E N   I M   N A C H H I N E I N   H I N Z U G E F Ü G T )

 

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